Weltmuseum Wien – App
Digitales Vermittlungskonzept zur Neueröffnung, 2017

Digitales Vermittlungskonzept zur Neueröffnung, 2017

Zur Neu- und Wiedereröffnung des Weltmuseums Wien entwickelten wir eine App mit drei Touren – von der individuell zusammengestellten Route bis zur spielerischen Schnitzeljagd durchs Museum. Ziel: neue Zielgruppen für die Sammlung begeistern, jenseits klassischer Museumsbesuchende.
Die Highlight-Tour ist bis heute im Einsatz – knapp zehn Jahre nach ihrer Entwicklung.
Ausgangslage Anlässlich der Neu- und Wiedereröffnung des Weltmuseums Wien im Jahr 2017 wurden 14 permanente Schausäle im Mezzanin sowie mehrere Sonderausstellungsflächen im Erdgeschoss präsentiert. Passend dazu konzipierten wir ein neues Vermittlungskonzept, das auf dem Prinzip von Pestalozzis „Kopf, Hand und Herz" beruhte. Während das Vermittlungsteam die klassischen Führungen, Workshops und Schulangebote daraus ableitete, entstand parallel die neue Museums-App. Ziel Die App sollte die zehn wichtigsten Highlightobjekte der Dauerausstellung sowohl Touristen mit begrenztem Zeitbudget als auch fachlich interessierten Besuchenden und Familien mit Kindern näherbringen – mit einem spielerischen Zugang zum Museum. Statistiken zeigen: Es gibt dreimal so viele Spieler:innen in der Bevölkerung wie Menschen, die Kultur in Form von Theater, Oper oder Museum konsumieren. Mit der App sollten genau diese neuen Zielgruppen angesprochen werden. Umsetzung Die App bot drei Touren an. Wer bereits zu Hause die Onlinesammlung nutzte, konnte Lieblingsobjekte zusammenstellen – die App berechnete daraus die beste Route durchs Museum. Für Erstbesuchende, überwältigt von den 3127 ausgestellten Objekten, führte die Highlight-Tour zu den zehn interessantesten Stücken. Die Vermittlung erfolgte wahlweise wissenschaftlich (Video oder Audio mit Fachpersonen), sinnlich (Gedicht, Lied, Legende, Trickfilm) oder partizipativ – etwa mit einem Selfie-Auftrag oder einer Umfrage, speziell für Kinder konzipiert. Die dritte Tour war ein Spiel, eine Mischung aus Escape-Room und Schnitzeljagd: Anlässlich der Pensionierung von Direktor Steven Engelsman entstand die fiktive Geschichte seines nächtlichen Verschwindens. In 60 Minuten galt es, anhand von Hinweisen die vermeintliche Mordwaffe zu finden – Belohnung war ein Heissgetränk im Museumscafé. Ergebnis Die individuell zusammengestellte Tour wurde wie erwartet selten genutzt – die meisten App-Nutzenden kamen zum ersten Mal ins Museum und hatten noch keine Objektpräferenzen. Die Highlight-Tour hingegen wurde sehr gut angenommen und ist bis heute im Einsatz – ideal für einen raschen Überblick. Die Schnitzeljagd erhielt gemischte Rückmeldungen: spannend für die einen, zu schwierig in den letzten Hinweisen für Schulkinder. Kritisiert wurde zudem das Einstiegsbild mit dem „ermordeten" Direktor als zu hart. Diese Kombination führte dazu, dass die Route nach knapp drei Jahren aus dem Angebot genommen wurde.

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